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Gabenzaun Neukölln

Gestern nach der Impfung schnell noch einen Abstecher zum Gabenzaun Herrfurthstr./Ecke Weisestr. gemacht und Getränke, Milch und Schoki abgelegt.

Leider sieht es dort ziemlich chaotisch aus. Hauptsächlich, weil überall Kleidungsstücke herumliegen/hängen, die niemand wirklich gebrauchen kann. Sie sind zerknittert, haben teilweise Löcher und riechen ziemlich muffig.

Liebe Spender, es ist toll, dass Ihr helfen wollt, aber bitte legt nur Kleidung ab, die Ihr selber GERNE überziehen würdet. Es geht nicht um Artikel, die up to date sein sollen, nur sauber und ordentlich. Legt sie doch einfach zusammen und sortiert sie in das Regal, was seit kurzem da steht. Die Menschen werden es Euch danken und die Optik im Kiez ebenfalls.

Mir wurden die Getränke regelrecht aus den Händen gerissen. 5-6 Bedürftige standen um mich herum und fingen ganz putzig an zu tänzeln. 😁 Große Freude!!!

Ihre „riesigen“ Wünsche sind auch künftig Milch, Schokomilch, Limo, Schokolade, Kekse, Kuchen (abgepackt) und saubere Unterwäsche/Strümpfe (irgendwie eingepackt). Das alles kann man sehr gut dort ablegen, ohne dass es schlecht wird bzw. nass. Offene Lebensmittel bitte nur bei z.B. der Tee- und Wärmestube Neukölln oder anderen Einrichtungen abgeben.

Danke für Eure Hilfe. ❤❤❤

Obdachlosen- und Flüchtlingshilfe

Die Arbeit im Bereich Obdachlosen- und Flüchtlingshilfe beenden wir für dieses Jahr mit diesen Bildern. Danke an Schnischna Schnubby für die Abholung. ❤️ Einige Sachen gingen an Evas Haltestelle , mit Decken und Jacken wurden Weihnachtsgeschenke für Obdachlose einer anderen Einrichtung bestückt. Die zweite Hälfte wurde auf verschiedene Flüchtlingsfamilien aufgeteilt.

Gemeinsame Hilfe für Berliner Obdachlose

***Eigenwerbung (Achtung! Markennamen sichtbar.)***

Der Winter war diesmal nicht so lang und kalt wie sonst, dennoch für Obdachlose genauso furchtbar und lebensbedrohlich wie immer. Wir spüren die Kälte nur, wenn wir auf dem Weg zur Arbeit sind, einkaufen gehen oder andere Wege erledigen. Anschließend geht`s ab in die kuschelig warme Wohnung. Wir drehen die Heizung bis zum Anschlag auf, nehmen ein heißes Bad und wickeln uns anschließend in eine Decke ein. Bei heißem Kakao oder Tee machen wir es uns gemütlich und lassen den Winter draußen.

Von diesen Optionen können Obdachlose nur träumen, während sie, wenn es gut läuft, in ihrem Schlafsack in irgendeiner Ecke der Straße versuchen, ein paar Minuten Ruhe zu finden. Wir sind das ganze Jahr unterwegs und verteilen Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel an Betroffene, um ihnen nicht nur lebenswichtige Dinge zukommen zu lassen, sondern ihnen das Gefühl zu geben, wahrgenommen zu werden.

Als der Winter langsam anklopfte, begannen wir Schals, Mützen und Handschuhe zu verteilen. Unsere Manpower konnte aber nur Nord-Neukölln abdecken, daher suchten wir uns Hilfe. Diese fanden wir bei Sabine Bernhard, einer tollen Frau, die sich ebenfalls unermüdlich für Obdachlose engagiert. Wir übergaben ihr 10 große Taschen mit Schals, Hygienebags und Hundefutter, die sie gemeinsam mit weiteren Helfern berlinweit verteilte. Ein großes Dankeschön an Euch. Alleine hätten wir nicht so schnell so vielen Menschen helfen können!!!


Survival-Bags für Berliner Obdachlose

Auch, wenn der Winter in 1-2 Monaten (hoffentlich) überstanden ist, brauchen obdachlose Menschen weiterhin unsere Unterstützung. Unabhängig von der Jahreszeit möchten wir „Survival-Bags“ mit dem Nötigsten bestücken und diese an Obdachlose verteilen.

Eine Tasche/ein Rucksack beinhaltet: Isomatte, Decke, Pflaster/Verbandsmaterial, Rasierzeug, feuchtes Toilettenpapier, Taschentücher, Deo, Duschgel, Handcreme, Waschlappen, Gästehandtuch, Feuerzeug, Wasserflasche, Socken, Unterwäsche, Kekse/Schokolade/Traubenzucker und Hundefutter für die, die einen Vierbeiner an ihrer Seite haben. Im Winter kommen dann noch Mütze, Schal und Handschuhe dazu.

Wunschbäumchen-Servival Bag Obdachlose

Wir werden dann durch die Straßen gehen und die Bags direkt an Einzelne verteilen. Neben unserer Visitenkarte werden ein kleiner Notizblock mit Stift und Kontaktadressen der wichtigsten Hilfsangebote enthalten sein. Einige Obdachlose besitzen ein Handy. Darüber möchten wir mit ihnen in Verbindung bleiben. So können sie jeder Zeit ihren Bedarf anmelden und wir sorgen regelmäßig für die Aufstockung ihrer Bags.

Noch sind wir mit allem ganz am Anfang, daher sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Momentan dürfen es nur Sachspenden sein, nach Erhalt der Gemeinnützigkeit nehmen wir gerne auch Geldspenden entgegen. Toll wäre es, wenn wir diese Dinge zugeschickt oder gebracht bekommen. Aber auch die Abholung ist möglich (Neukölln, Schöneberg).

 

Text und Fotos: Daniela Lungwitz-Mohamad

Helft Obdachlosen über den Winter

Die Zahl wohnungs- und obdachloser Menschen steigt stetig. Alleine in Berlin verbringen ca. 7000 Obdachlose die kalten Nächte auf der Straße. Wer „Glück“ hat, sitzt auf Pappe oder nennt eine Wolldecke sein Heiligtum. Viele liegen auf dem kargen Boden. Krankheiten oder sogar Todesfälle sind da vorprogrammiert. Besonders im Winter sind diese Zustände unzumutbar.

Sogenannte Kältebahnhöfe, wie Schillingstraße und Südstern, werden in den Nächten ab November von Sonntag bis Donnerstag offen gehalten. Hier können sich die Menschen wenigstens ein bisschen aufwärmen. Berliner Kältehilfen bieten knapp 750 Schlafplätze an, die nahezu täglich „ausgebucht“ sind. Hinzu kommen ca. 600 Notschlafplätze. Bei einer Gesamtzahl von 7000 Obdachlosen leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wir unterstützen diese Menschen so gut wir können. Kleidung spenden gehört genauso dazu, wie Tee, Kaffee, Obst/Gemüse. Viele Dinge werden von uns gesammelt und in Obdachloseneinrichtungen gebracht. Einzelne Kleidungsstücke oder Decken verteilen wir persönlich an Obdachlose, denen wir auf den Straßen begegnen.

Morgen gehen z.B. 7 große blaue Tüten mit warmer Kleidung an die DRK. Letzten Monat konnte die Tee-und Wärmestube in Neukölln mit 1 Kiste Tee und 1 Karton Mützen, Handschuhe und Schals den Bestand ihrer Einrichtung aufstocken.

Liebe Berliner, schaut doch mal in Eure Schränke. Sicher findet sich da das ein oder andere Kleidungsstück, was Ihr entbehren könnt. Bringt es bitte in die nächstgelegene Obdachloseneinrichtung. Ganz wichtig sind warme Unterwäsche und Socken, Pullover, Jacken, Schuhe, aber auch Decken, Isomatten und Schlafsäcke.

Gerne nehmen auch wir Sachspenden entgegen, um sie an Obdachlose zu verteilen. Der chronische Platzmangel verhindert zwar momentan die Annahme von Kleiderspenden, aber Dinge des täglichen Bedarfs sind weiterhin möglich zu lagern. Dazu gehören Tee, Kaffee, lösliche Brühe, Deos, Duschgele, Rasierzeug, Hygieneartikel, Handcremes, Pflaster, Feuerzeuge, Verbandsmaterial, Reisetaschen, Isomatten, Schlafsäcke, Gebäck, aber auch Tierfutter für ihre vierbeinigen Freunde.

Neben Sachspenden freuen wir uns natürlich auch über Geldspenden. Diese dürfen wir momentan leider noch nicht annehmen, bis wir die Genehmigung vom Finanzamt in den Händen halten. Schätzungsweise wird dies Ende Februar der Fall sein. (einfach bei uns anfragen)

Wir danken schon jetzt für Eure Unterstützung.

 

 

Text: Daniela Lungwitz-Mohamad

Suspended Coffee – 1 x aufschieben bitte

Wunschbaeumchen - suspended-coffeeNur 2 Straßen weiter von mir befindet sich in der Kienitzer Str. das Cafe “Jule”. Ein bisschen eingerichtet wie ein Wohnzimmer herrscht dort totale Kiezatmosphäre. 3 kleine Tische vor dem Cafe laden im Sommer ein den Sonnenschein zu genießen. Im Schillerkiez findet man Cafes an Cafes, aber das “Jule” hebt sich trotzdem von anderen ab. Sie sind “Suspended Coffee Supporter”. Bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung was der Aufkleber an der Scheibe zu bedeuten hat, aber wenn man nur lange genug die Menschen in diesem Cafe beobachtet, erschließt sich einem der Sinn. Neben Bio-Kaffee einer Berliner Rösterei, selbstgemachten Bagelsandwiches und Cheesecakes aus der hauseigenen Backstube wird zwischendrin auch mal ein “aufgeschobener Kaffee” von den Kunden bestellt. Ich schaute immer ganz gespannt hin und erwartete eine spezielle Kaffeesorte oder eine Vorbestellung, die der Kunde dann nach dem Essen mitnahm. Aber nichts dergleichen passierte. Der “aufgeschobene Kaffee” war nicht sichtbar. Große Fragezeichen taten sich mir auf. Bis ich eines Tages wieder im “Jule” saß und ein putziger älterer Herr an den Tresen trat. Er fragte ebenfalls nach einem “Aufgeschobenen” und bekam einen ganz normalen Kaffee in die zitternden Hände gedrückt. Immer noch verstand ich nicht, was da genau ablief. Nun war die Neugier einfach zu groß und ich fragte die nette Frau hinter dem Tresen, was es denn damit nun auf sich hat. Mit einem Lächeln wurde mir erklärt, dass die Erfindung des “Suspended Coffee” aus den USA kommt und in erster Linie Obdachlosen über die kalten Wintertage helfen sollte. Kunden bestellen etwas in ihrem Lieblingscafe und ordern einen “aufgeschobenen Kaffee” dazu. Diesen bezahlen sie zwar, aber er wird nicht ausgeschenkt. Ein Bon über dieses Getränk landet in einem Behälter und wird aktiviert, wenn ein Bedürftiger danach fragt. So spendet man anonym Kaffee an Menschen, die sich keinen leisten können. Dies gilt nicht nur für Kaffee. Natürlich kann man auch alle anderen Lebensmittel auf dieser Basis spenden. Ich jedenfalls bin oft im kleinen “Jule” und mir schmeckt mein Kaffee jetzt noch viel besser, wo ich weiß, andere profitieren davon.

 

Text: Daniela Lungwitz-Mohamad